Sie heißen Triple P, Gordon Familientraining, STEP, KESS, Starke Eltern – Starke Kinder oder einfach nur Elternkurs: Seit einigen Jahren gibt es einen wahren Boom von Weiterbildungsangeboten für Eltern. Denn immer mehr Eltern suchen Unterstützung bei einer nicht einfachen Aufgabe: der Erziehung ihrer Kinder.
„Viele Eltern können erziehen, aber man muss schon realistisch sehen, dass die Gruppe von Eltern, die das wirklich nicht kann, existiert und dass sie wahrscheinlich im Laufe der Jahre größer werden wird. Etwa ein Viertel der Eltern ist damit überfordert“, erklärt Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, der das STEP-Elterntraining vor einigen Jahren mit einem Team an der Bielefelder Universität wissenschaftlich begleitet hat. Sein Fazit: „Das Entscheidende – das steht auch für vergleichbare Programme – ist, dass Eltern an die Hand genommen werden und Schritt um Schritt lernen, wie sie eine Beziehung zu ihrem Kind aufbauen. Dass eine Beziehung die Voraussetzung für Erziehung ist.“
Ein Vorreiter in Sachen Elternkurse ist der Deutsche Kinderschutzbund. Er bietet seit den 1970er Jahren Fortbildungen, um die Erziehungskompetenzen von Eltern zu stärken. Die Kurse STARKE ELTERN – STARKE KINDER ® wurden bislang von mehr als 80 000 Eltern besucht. „Ziel der Elternkurse ist es, Eltern in ihrer Aufgabe zu unterstützen, ihre Fähigkeiten deutlich zu machen und ihre Kräfte (wieder) verfügbar zu machen. Elternkurse bieten kein Rezept – jede Familie ist einzigartig und verschieden“, heißt es im Kurskonzept.
Auch wenn immer mehr Eltern diese Fortbildungskurse besuchen, meist sind es die sensiblen, bewussten Eltern, seltener kommen sie aus jenem im Erziehungsalltag schnell überforderten Viertel der Eltern , von dem Hurrelmann spricht. Deswegen gehen einige dieser Angebote einen anderen, zweiten Weg: Sie bieten ihre Kurse ganz gezielt auch für Erzieherinnen an. Schließlich kommen diese beinahe täglich mit den Eltern in Kontakt und können so als Multiplikatoren wirken. Die Weltgesundheitsorganisation verfolgt übrigens einen ähnlichen Ansatz: Das Angebot von Förderung und Fortbildung muss in die Räume und Institutionen einbezogen werden, in denen sich die Menschen ohnehin aufhalten. „Dieses Denken“, so Hurrelmann, „ist in der gesamten Elternarbeit sehr wichtig.“
Der Bildungswissenschaftler geht aber noch einen Schritt weiter. Seine Idee: Teile des Kindergeldes könnten auf Gutscheinbasis existieren. Nur Eltern, die an bestimmten Ausbildungen teilgenommen haben, würden dann diese Gutscheine erhalten. Denn, so Hurrelmann: „Ein Kind zu erziehen ist heute sehr schwierig. Es ist wunderschön, wenn es gelingt, aber dramatisch, wenn es nicht gelingt.“
vertrauen – spielen – lernen – Elternkurs für Mütter und Väter von Kindern in den ersten drei Lebensjahren, Dorothea Strichau, Halle 09.1 Stand A021, 20.03.2010, 11 Uhr
Ich bin so frei – Elternkurs für Mütter und Väter von Jugendlichen im Alter von 12 bis 16 Jahren, Dorothea Strichau, Halle 09.1 Stand A021, 20.03.2010, 14:30 Uhr.
STEP – Die Weiterbildung für Erzieher/innen. Kinder wertschätzend und kompetent erziehen, Angela Stauten-Eberhardt, Konferenzraum E/ CC Nord, 16.03.2010 11 Uhr
Wir erreichen alle! „Starke Eltern- Starke Kinder ®“, Deutscher Kinderschutzbund, Kordula Lasner-Tietze, Sonderschau Bildung von Anfang an – Mit den Eltern geht‘s besser! Halle 7, Stand A30/B31, 18.03.2010, 17 Uhr
Wir erreichen alle! „Starke Eltern- Starke Kinder ®“, Deutscher Kinderschutzbund, Kordula Lasner-Tietze, , Sonderschau Bildung von Anfang an – Mit den Eltern geht‘s besser! Halle 7, Stand A30/B31, 19.03.2010, 12 Uhr
Das Tagesgespräch – mit Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes: Sonderschau Bildung von Anfang an – Mit den Eltern geht‘s besser!, Halle 7, Stand A30/B31, 20.03.2010, 13 Uhr
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Der Beitrag von Herrn Hurrlemann ist wenig erhellend. Dass manche Eltern nicht erziehen können ist eine Binsenweisheit.
Dass immer die Eltern erreicht werden, die diese Kurse eigentlich nicht brauchen, auch. Auch die WHO spricht von der Notwendigkeit Eltern zu unterrichten- gut. Es bleibt der Eindruck er vermarktet nur sein eigenes Kursangebot. Schade.
Comment by Gross-Henning — 25. Februar 2010 um 06:48