Die Klagen über Fachkräftemangel in Deutschland reißen nicht ab, insbesondere Berufszweigen, die mit Technik und Naturwissenschaften zu tun haben, fehlt bereits seit längerem der Nachwuchs. Und die allerneuesten Zahlen sorgen auch nicht gerade für Entwarnung: Knapp ein Drittel der Studierenden in den Ingenieurswissenschaften sowie in den naturwissenschaftlichen und mathematischen Fächern bricht das Studium ab, so eine aktuelle Studie der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS).
Und das, obwohl Bund, Länder und Stiftungen schon seit Jahren die naturwissenschaftliche Bildung in Kindergärten, Schulen und Hochschulen fördern. MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) ist unterdessen ein entscheidendes Stichwort in beinahe allen Bildungsbereichen. Schon die Kleinsten werden in Kindergärten zur Forschkönigen gekürt, Grundschüler können mit eigens entwickelten Klasse(n)kisten experimentieren und Hunderttausende Jungen und Mädchen forschen in den sogenannten Schülerlaboren gemeinsam mit Wissenschaftlern an Hochschulen, Forschungseinrichtungen und in Unternehmen. Der nationale Pakt Komm mach Mint will außerdem dafür sorgen, dass mehr Mädchen sich für eine Ausbildung in den MINT-Berufen entscheiden. Und die bereits vor zehn Jahren in Baden-Württemberg gestartete Schüler-Ingenieur-Akademie, bei der Schule, Hochschule und Wirtschaft kooperieren, breitet sich nach und nach bundesweit aus. Auch die MINT-Lehrerbildung wird gefördert. Die Telekomstiftung spendierte fünf Millionen Euro an vier Universitäten.
Bayern will mit seinem Projekt „Wege zu mehr MINT-Absolventen“ in den kommenden drei Jahren an zehn Hochschulen Projekte durchführen, um die Abbrecherquote deutlich zu senken. Mit im Boot: die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Deren Hauptgeschäftsführer, Bertram Brossardt, hat auch bereits konkrete Ansatzpunkte entdeckt: So gelte es, die Schnittstellen von den Gymnasien zu den Hochschulen zu verbessern.
Tatsächlich kommen die Studenten oftmals mit falschen Vorstellungen zur Hochschule. So werden viele Informatikstudenten von den Studieninhalten überrascht, heißt es in der HIS-Studie. Es werde häufig ein praktisch, auf unmittelbare Computeranwendungen orientiertes Studium erwartet, der Umfang an Grundlagenfächern dagegen unterschätzt. Auch verweisen viele Studienabbrecher in den neuen Bachelorstudiengängen darauf, dass sie dem anhaltenden Leistungsdruck nicht gewachsen seien. All das wollen nun Psychologen der Universität des Saarlandes genauer unter die Lupe nehmen: In einem Pilotprojekt begleiten sie ein Jahr lang Physik-Studenten, die im Wintersemester ihr Studium begonnen haben. Sie wollen etwa herausfinden, welche wichtigen Vorkenntnisse aus der Schule die Studenten mitbringen. Und welche Kenntnisse ihnen fehlen. So könnten beispielsweise gezielt Mathematik-Vorkurse angeboten werden. Außerdem zeichnen die Psychologen während des ersten Studienjahres in bestimmten Abständen den Lernfortschritt der Studenten auf und prüfen ihre Motivation. Die Ergebnisse des Projektes sollen helfen, die Veranstaltungen genau auf die Bedürfnisse der Studienanfänger abzustimmen und somit die Abbrecher-Quote zu senken.
Weiterführende Informationen:
Die Gemeinschaftsoffensive Zukunft durch Innovation.NRW (zdi) will möglichst viele Schülerinnen für ein ingenieur- und naturwissenschaftliches Studium begeistern
» Projekt „Natur-Wissen schaffen“ der Deutsche Telekom Stiftung
» Das bayerische Projekt „Wege zu mehr MINT-Absolventen“
» „Komm mach Mint“ -Nationaler Pakt für Frauen in MINT Berufen
» Schüler-Ingenieur-Akademie Baden-Württemberg
Dazu auf der didacta
MINT-Profilbildung in der Erprobungsstufe
Dr. Winfried Timmerhaus, Kompetenzteam Gelsenkirchen,
Forum Unterrichtspraxis, Halle 9, Stand E31, 19.3.2010, 11:00 Uhr
Weitere Informationen
Das Haus der kleinen Forscher, Forum „didacta aktuell: Wirtschaft – Bildung – Verantwortung“ Halle 9, Stand A20/B21, 17. 03. 2010, 11 Uhr, Weitere Informationen
Im E-Ei unterwegs, ultraleicht, elektrisch emissionsfrei - Schüler Hauptschule Höhscheid Solingen planen, konstruieren und bauen Fahrzeuge, Forum „didacta aktuell: Wirtschaft – Bildung – Verantwortung“ Halle 9, Stand A20/B21,, 17. 03, 15:15 Uhr
Zertifizierungsfeier für MINT-HAUPT und -REALschulen in NRW, 17.03.2010, 16 – 18 Uhr, Congress-Centrum Ost, Europasaal
Physik zum Anfassen - Best of phaeno, Forum „didacta aktuell: Wirtschaft – Bildung – Verantwortung“ Halle 9, Stand A20/B21, 18. 03. 2007, 10:30 Uhr. Weitere Informationen
Sonderschau Phänomene zum Anfassen - phæno auf der didacta 2010 in Köln, Halle 6, Stand B74, 16.03. – 20.03.2010, 9 – 18 Uhr
Aktionsprogramm naturwissenschaftliche Experimente für Groß und Klein, Forum Ausbildung, Halle 10.1, A90. 20.03.2010: 11-12 Uhr, Best of phæno Science Show, 12-14 Uhr Kopfball on Tour – Die WDR- Experimente-Show
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